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Wenn die Sanierung zur Dauerschleife wird: Der Fall Druckpartner und die Realität der Eigenverwaltung
Die Nachrichten aus der Druckindustrie – aber auch aus anderen Branchen, wie aktuell der Fall von Galeria Kaufhof (vierter Insolvenzantrag in sechs Jahren!) – sind oft ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich viele Unternehmen stellen müssen. In der Druckindustrie sorgt der Fall der Druckpartner GmbH aus Mülheim an der Ruhr für Aufsehen: Das Unternehmen hat im März 2026 erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Dies geschieht nur wenige Jahre, nachdem die Vorgängergesellschaft, die Druckpartner Druck- und Medienhaus GmbH, im Mai 2023 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlief, das im Oktober 2023 zu einem Management Buy-Out (MBO) und der Gründung der heutigen Druckpartner GmbH führte. 1 2 Damals wurde das Verfahren sogar als Erfolg gefeiert, da die Gläubiger eine 100-Prozent-Quote erhielten. 2 3 4
Dieses Beispiel wirft eine Frage auf, die sich mir regelmäßig wieder aufdrängt:
Ist die Eigenverwaltung nach ESUG wirklich das Allheilmittel für kriselnde Unternehmen, oder birgt sie das Risiko, dass Sanierungen nicht nachhaltig sind und Unternehmen nach kurzer Zeit erneut in die Krise geraten?
Die Erfahrung zeigt: Eine Insolvenz in Eigenverwaltung kann eine wertvolle Chance sein. Doch sie ist kein Selbstläufer und erfordert weit mehr als nur die formaljuristische Abwicklung. Sie verlangt eine tiefgreifende strategische Neuausrichtung, operative Exzellenz, fachliche sowie unternehmerische Expertise und vor allem: eine realistische Einschätzung der eigenen Lage.
Die Illusion der schnellen Sanierung: Warum viele Eigenverwaltungsverfahren scheitern
Seit der Einführung des ESUG im Jahr 2012 sollte die Eigenverwaltung Unternehmen eine flexiblere und unternehmerischere Sanierung ermöglichen. Die Idee ist gut: Das Management bleibt im Sattel und steuert den Sanierungsprozess selbst. Doch die Praxis, insbesondere in Branchen wie der Druckindustrie, offenbart oft eine andere Realität.
Ich beobachte, dass viele Sanierungsversuche mittels Eigenverwaltung nicht zu einer dauerhaften Stabilisierung führen. Unternehmen, die bereits vor dem Verfahren strukturelle Schwächen aufweisen – sei es bei der Marktfähigkeit, den Produktionskonzepten oder der Kostenstruktur – können diese Defizite nicht allein durch ein Insolvenzverfahren beheben.
1. Überforderung der Geschäftsführung in der Krise
Die Führung eines Unternehmens in der Eigenverwaltung ist eine Herkulesaufgabe. Sie erfordert nicht nur das Tagesgeschäft zu meistern, sondern gleichzeitig komplexe insolvenzrechtliche, steuerliche und betriebswirtschaftliche Anforderungen zu erfüllen. Viele mittelständische Geschäftsführer sind mit dieser Doppelbelastung fachlich und zeitlich überfordert. Sie sind oft exzellente Unternehmer in ihrem Kerngeschäft, aber keine erfahrenen Krisenmanager oder Insolvenzexperten. Und nicht selten sind mangelhafte Führung und fehlendes unternehmerisches Know How die Gründe für das Scheitern, insbesondere in einer Branche, wie der Druckindustrie, die an das Management enorme Herausforderungen hinsichtlich der Anpassungsfähigkeit an ein disruptiv verändertes Marktumfeld stellt. Ohne professionelle, externe Unterstützung ist das Risiko des Scheiterns immens.
2. Hohe Beratungskosten zehren die Liquidität auf
Ein weiterer kritischer Punkt sind die oft extrem hohen Beratungskosten für Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatung, die in solchen Verfahren anfallen. Diese Kosten verbrennen nicht selten die letzte Liquidität in der vorinsolvenzlichen Phase. Dabei ist gerade „frisches Geld“ für eine echte Sanierung unerlässlich. Wenn die Mittel jedoch primär in die Verfahrens- und Beraterkosten fließen, fehlt am Ende die finanzielle Substanz, um notwendige Investitionen zu tätigen oder operative Maßnahmen umzusetzen.
3. Der Investor als Retter in der Not – eine trügerische Hoffnung?
Oft wird die Hoffnung auf einen externen Investor gesetzt, der das Unternehmen mit frischem Kapital rettet. Doch Investoren sind keine Wohltäter. Sie prüfen sehr genau, ob ein Unternehmen eine tragfähige Zukunftsperspektive bietet. Wenn das Geschäftsmodell nicht überzeugt, die Marktpositionierung schwach ist oder die Prozesse ineffizient sind, springen potenzielle Investoren oft ab oder finden sich erst gar nicht. Das „Prinzip Hoffnung“ ist hier ein schlechter Ratgeber.
MACRO Unternehmensberatung: Ihr Partner für nachhaltige Sanierung
Die von mir bereits 2018 in einem Leserbrief zu einem Artikel im Deutschen Drucker geäußerte Kritik, dass sich die Instrumente des ESUG eher für größere Unternehmen eignen, trifft den Kern. Und durch die immer wieder auftretenden Folgeinsolvenzen seit Nutzung der Instrumente des ESUG seit seiner Einführung im Jahr 2012 fühle ich mich in meiner bereits 2018 geäußerten Meinung durch Fälle wie Druckpartner bestätigt. Mittelständische Betriebe, wie sie die Druckindustrie prägen, verfügen selten über die Ressourcen und Strukturen, um ein solches Verfahren ohne spezialisierte Begleitung erfolgreich zu steuern.
Meine Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeigt, dass eine erfolgreiche Sanierung weit über die juristische Abwicklung hinausgeht. Sie erfordert eine ganzheitliche Betrachtung und konsequente Umsetzung in den Bereichen:
- Strategie: Passende Produktionskonzepte und eine klare Marktpositionierung.
- Prozesse: Straffe und effiziente Abläufe, die Kosten senken und Qualität sichern.
- Kosten: Eine schlanke Kostenstruktur, die Wettbewerbsfähigkeit ermöglicht.
- Finanzierung: Realistische Finanzierungsstrukturen, die das Unternehmen langfristig tragen.
- Führung: Eine Geschäftsführung, die in der Krise handlungsfähig bleibt und die richtigen Entscheidungen trifft.
Meine Expertise für Ihre Zukunft
Ich begleite Sie nicht nur durch das Verfahren, sondern entwickle mit Ihnen gemeinsam eine belastbare Zukunftsstrategie. Ich helfe Ihnen, die tatsächlichen Handlungsspielräume zu erkennen, kritische Fragen zu stellen und die richtigen Weichen zu stellen – bevor es zu spät ist.
Denn mein Ziel ist nicht nur die Sanierung, sondern Ihre nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit.
Fazit: Sanierung ist mehr als ein Verfahren
Der Fall Druckpartner zeigt eindrücklich: Eine Sanierung in Eigenverwaltung kann eine Chance sein, aber sie ist kein Garant für dauerhaften Erfolg. Unternehmen, die nach einem solchen Verfahren nicht grundlegend neu aufgestellt sind und weiterhin Altlasten oder unzureichende Finanzierungsstrukturen mit sich herumschleppen, werden in einem hart umkämpften Markt wie der Druckindustrie kaum dauerhaft bestehen können.
Vertrauen Sie nicht allein auf das „Prinzip Hoffnung“ oder die Versprechen von Beratern, die nur ihr eigenes Geschäftsinteresse im Blick haben. Hinterfragen Sie kritisch, fordern Sie realistische Einschätzungen und suchen Sie sich einen Partner, der Sie mit Expertise und Weitsicht durch die Krise führt.
Sprechen Sie mich an. Ich analysiere Ihre Situation objektiv und entwickle mit Ihnen einen maßgeschneiderten Plan für eine wirklich nachhaltige Zukunft.
MACRO Unternehmensberatung Ralph Obersteiner – Ihr Wegweiser in der Krise.
Quellenangaben:
1 – Druckpartner befindet sich erneut im Insolvenzverfahren – EUWID Papier und Zellstoff
2 – druckpartner hat Insolvenz beantragt › Print.de
3 – druckpartner Druck- und Medienhaus GmbH | VOIGT SALUS.
4 – Erfolg in Druckpartner-Insolvenz: Gläubiger erhalten 100 % | VOIGT SALUS.
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